Jonas Lüscher · Dirk Oschmann · Ingo Schulze
  • Jonas Lüscher © Peter-Andreas Hassiepen
  • Dirk Oschmann © Jakob Weber
  • Ingo Schulze © Gaby Gerster

Moderation: Helmut Böttiger (DFL)

Zwei Schriftsteller und ein Literaturwissenschaftler; zwei mit Ostbiografie, der dritte aus der Schweiz. Das Motto von literaTurm 2026, OstWestText wird in dieser Veranstaltung so freihändig wie nirgendwo sonst gedeutet. Und dies nicht nur, weil hier Wissenschaft auf literarische Praxis stößt, sondern weil wir zwei Romanautoren dabei haben, die sich den Erschütterungen unserer Gegenwart aus höchst unterschiedlichen Perspektiven nähern. Jonas Lüscher, indem er der Technik zu poetischen Weihen verhilft und mit Verzauberte Vorbestimmung nicht nur das ganze 20. Jahrhundert, sondern auch die Geschichte der Industrialisierung durchläuft. Dabei macht er auf den Spuren der Eltern von Peter Weiss Station in Warnsdorf, damals noch Sudentenland. Dieses ehemalige Zentrum der Textilindustrie, auch „Klein Manchester“ genannt, liegt nur knapp 50 Kilometer von der Stadt entfernt, aus der Ingo Schulze nicht nur stammt, sondern die er in seinem jüngsten Roman Die rechtschaffenen Mörder, dem Porträt eines Dresdner Antiquars auf politischen Abwegen, auch literarisch verewigt hat. Wie überhaupt der Osten Deutschlands eines seiner Lebensthemen ist, das er auch in seinem für den Herbst angekündigten Roman Das Wasser im August verhandelt. Und schließlich Dirk Oschmann, Professor für Germanistik an der Universität Leipzig, der mit Der Osten. Eine westdeutsche Erfindung einen Bestseller gelandet hat, der einen Nerv trifft – vor allem, aber nicht nur in Ostdeutschland.

***Die Veranstaltung ist ausgebucht!***

Jonas Lüscher, geboren 1976 in Zürich, war in der Filmindustrie und als Lehrer für Ethik und Philosophie tätig und arbeitet heute als Schriftsteller. Seine Novelle Frühling der Barbaren war 2013 für den Deutschen und den Schweizer Buchpreis nominiert und wurde fürs Theater adaptiert. Sein Roman Kraft gewann 2017 den Schweizer Buchpreis, sein 2025 erschienener Roman Verzauberte Vorbestimmung wurde mit dem Wilhelm-Raabe-Preis und dem Rheingau Literaturpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen und den Schweizer Buchpreis nominiert. Jonas Lüscher lebt in München.

Dirk Oschmann, geboren 1967 in Gotha, ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Leipzig. Er ist Experte für die Literatur des 19. und 19. Jahrhunderts und war Gastprofessor an der University of California, der University of Kent, der University of Notre Dame und an der Brown University. Sein Buch Der Osten. Eine westdeutsche Erfindung stieß auf große Resonanz und stand wochenlang auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste. Zuletzt erschien 2024 Friedrich Schiller. Eine kleine Werkschau. Dirk Oschmann lebt in Leipzig.

Ingo Schulze, geboren 1962 in Dresden, studierte klassische Philologie in Jena. Anschließend war er bis 1990 Dramaturg am Landestheater Altenburg, dann in einer Zeitungsredaktion tätig. Für sein erstes Buch 33 Augenblicke des Glücks wurde er 1995 mit dem Alfred-Döblin-Förderpreis, dem Ernst-Willner-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs sowie dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Es folgten unter anderem die Romane Simple Storys, Adam und Evelyn und Die rechtschaffenen Mörder sowie 2024 das Buch Zu Gast im Westen. Aufzeichnungen aus dem Ruhrgebiet. Sein nächster Roman Das Wasser im August erscheint im August. Ingo Schulze lebt in Berlin.

Helmut Böttiger, geboren 1956 in Creglingen in Baden Württemberg, ist Schriftsteller, Literaturkritiker und Essayist. Er promovierte mit einer Arbeit über Fritz Rudolf Fries und die DDR-Literatur. Helmut Böttiger lebt in Berlin.

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