Dmitrij Kapitelman · Manja Präkels
  • Dmitrij Kapitelman © Paula Winkler
  • Manja Präkels © Nikolas Geyer

Moderation: Erica Zingher

Wie lässt sich die Geschichte rechter Gewalt seit den 1990er Jahren erzählen – und was davon wirkt bis heute fort? Die Autor:innen Manja Präkels und Dmitrij Kapitelman sprechen über rechtsextreme Gewalt im Osten Deutschlands – von den Umbruchsjahren nach der Wiedervereinigung bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erfahrungen, literarische Perspektiven und die Frage, wie sich Gewalt, Angst und gesellschaftliches Wegsehen über Generationen hinweg einschreiben. In ihrem Debütroman Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß erzählt Manja Präkels vom allmählichen Verschwinden der DDR in einer brandenburgischen Kleinstadt, vom Wiederauftauchen lange verdrängter Geister sowie von Freundschaft, Wut und den Spannungen einer Umbruchzeit. Themen, an welche die Essaysammlung Welt im Widerhall oder war das eine Plastiktüte und der Reportageband Extremwetterlagen vielfach anknüpfen. Dmitrij Kapitelman erzählt in seinen Büchern, zuletzt in dem 2025 erschienenen Roman Russische Spezialitäten, von Migration, jüdischer Identität und familiären Prägungen, von bürokratischen Hürden, dem Ringen um Zugehörigkeit und den leisen wie den offenen Formen von Ausgrenzung im Alltag. Ausgehend von Präkels Auseinandersetzung mit den frühen 1990er Jahren und Kapitelmans Blick auf Migration und Zugehörigkeit entsteht ein Gespräch über Kontinuitäten und Brüche.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt

***Die Veranstaltung ist ausgebucht!***

Dmitrij Kapitelman, geboren 1986 in Kyjiw, kam Anfang der 1990er-Jahre als jüdischer Kontingentflüchtling nach Deutschland. Er ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München und hat Politikwissenschaft und Soziologie in Leipzig studiert. Heute arbeitet er als freier Journalist. 2016 erschien sein Debüt, der autobiografische Roman Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters, für den er den Klaus-Michael Kühne-Preis erhielt. 2021 folgte Eine Formalie in Kiew. Sein aktueller Roman Russische Spezialitäten wurde für den Deutschen Buchpreis 2025 nominiert. Dmitrij Kapitelman lebt in Berlin.

Manja Präkels, geboren 1974 in Zehdenick in Brandenburg, ist freie Schriftstellerin, Musikerin und Sängerin der Band Der singende Tresen. Nach mehreren Jahren als Lokalreporterin in Brandenburg studierte sie Philosophie und Soziologie. 2017 erschien ihr Debütroman Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß, für den sie mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet wurde. Es folgten die Essaysammlung Welt im Widerhall oder war das eine Plastiktüte und der Reportageband Extremwetterlagen. Manja Präkels lebt in Berlin.

Erica Zingher, geboren 1993 in der Republik Moldau, ist Journalistin, Kolumnistin bei der taz und Host des Zeit-Podcasts „Was jetzt?“.

 

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