Moderation: Hadija Haruna-Oelker (hr)
„So beginnt meine Geschichte“, schreibt Tupoka Ogette, „als Tochter einer weißen Frau und eines Schwarzen Mannes. Zwischen Sange, Südtansania, und Gera, Thüringen. Zwischen kolonialer Vergangenheit und DDR-Diktatur.“ Ogette, Autorin des Bestsellers exit RACISM. Rassismuskritisch denken, legt mit Trotzdem zuhause ein bewegendes Memoir vor. Sie schreibt darin von der Suche nach Zugehörigkeit, vom Leben im Widerspruch, im Dazwischen. Sie erzählt vom Aufwachsen als Schwarzes Kind in der DDR, von Flucht, Verlust, Sexismus und Gewalt. Es ist das eindringliche Dokument einer Selbstermächtigung, der Versuch, eine Sprache zu finden, auch und gerade für das scheinbar Unsagbare. Denn „Sprache kann Anerkennung generieren und Scham dahin verschieben, wo sie hingehört, weg von Opfern von Gewalt, hin zu denen, die diese Gewalt ausüben.“
Ogette erzählt aber auch von Liebe, Mutterschaft und Resilienz. Vom Neuanfang in der Bundesrepublik und von weiblicher Solidarität. 1980 in Leipzig geboren, wanderte Ogette kurz vor dem Mauerfall mit ihrer Mutter nach Westberlin aus. „Ich wurde von zwei Generationen starker Frauen großgezogen“, sagt sie, „meiner Mutter und meiner Großmutter, und auch sehr geprägt. Meine Geschichte ohne sie zu erzählen, wäre unmöglich und wäre auch einfach unwahr.“
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt am Main e. V.
Tupoka Ogette, 1980 in Leipzig geboren, ist als Beraterin und Trainerin im Bereich Rassismuskritik tätig, leitet Workshops und Fortbildungen und tritt als Speakerin auf. Ihr im März 2017 erschienenes Handbuch exit RACISM. Rassismuskritisch denken lernen ist ein Spiegel-Bestseller. Im Jahr 2019 wurde Ogette vom Magazin Edition F als eine der 25 einflussreichsten Frauen des Jahres ausgezeichnet. Zuletzt erschienen 2022 Und jetzt du. Rassismuskritisch leben und im Frühjahr 2026 das Memoir Trotzdem Zuhause. Tupoka Ogette lebt in Berlin.
Hadija Haruna-Oelker, geboren 1980, arbeitet als Redakteurin und Moderatorin für den Hessischen Rundfunk und als Kolumnistin für die Frankfurter Rundschau. Sie ist Autorin mehrerer Sachbücher, zuletzt veröffentlichte sie zusammen mit Max Czollek Alles auf Anfang. Auf der Suche nach einer neuen Erinnerungskultur.
